Die Geschichte der Europäischen Union

Europa ist ein Kontinent, der mehr als 40 Länder umfasst.
Im 20. Jahrhundert fanden zwei Weltkriege statt, die große Zerstörung mit sich gebracht haben. Nach dem zweiten Weltkrieg musste Europa wieder aufgebaut werden.
Um den Krieg zu beenden und Frieden wieder herzustellen, sollten die Europäischen Länder sich vereinigen und zusammen arbeiten.
Auf Vorschlag der Schuman-Erklärung, wurde 1951 die Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet.
Sechs Länder - Belgien, Deutschland, die Niederlande, Luxemburg, Frankreich und Italien - unterschrieben mit allseitigem Einverständnis eine Vereinbarung. Zwischen diesen Ländern sollte der Handel mit Kohle- und Stahlprodukten einfacher werden. Das Ziel war die Abschaffung des Zolls zwischen den Ländern. Auf diese Weise hatten die Länder, die zuvor gegeneinander gekämpft hatten, ein gemeinsames Ziel, nämlich die Zusammenarbeit in der Wirtschaft. "Auf praktische, aber äußerst symbolische Weise wurden kriegswichtige Rohstoffe zu Instrumenten der Versöhnung und des Friedens."(Europa in 12 Lektionen, Pascal Fontaine, Europäische Kommission, Luxemburg, 2005).

1957 wurde ein neuer Vertrag unterschrieben - der Vertrag von Rom - und zwei neue Gemeinschaften gegründet: Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom, EAG). Mit diesem Vertrag wurden die gleichen Regeln der EGKS auch für Landwirtschaft und Fischerei der sechs Länder eingeführt, um künftig einen "Gemeinsamen Markt" zu bilden.
1967 wurden die Organe der drei Europäischen Gemeinschaften vereinigt. Seitdem gibt es eine gemeinsame Kommission und einen gemeinsamen Ministerrat sowie das Europäische Parlament.
1973: Die Europäische Union wird größer. Das Vereinigte Königreich, Irland und Dänemark unterschrieben die Verträge der EU. So wurde die EU eine Gemeinschaft aus neun Ländern.

1975 wurde der Europäische Rechnungshof gegründet. Diese Institution soll die Ausgaben der Gemeinschaften kontrollieren.
Seit 1979 wählen die EU-Bürger die Kandidaten, die Abgeordnete im Europäischen Parlament sein werden.
1981 trat Griechenland bei. Fünf Jahre später (1986) traten Portugal und Spanien bei. Die EU der 12 Länder.

1986 wurde auch die Einheitliche Europäische Akt unterzeichnet, die am 1. Juli 1987 in Kraft trat. Dieser Vertrag sollte neue Regeln bringen, um einen einzigen Markt zu bilden, den Europäischen Binnenmarkt, in dem Personen, Produkte und Dienstleistungen frei verkehren können. Die Umsetzung dauerte bis 1993.
Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 veränderte sich vieles in Europa. Beispielsweise wurde Deutschland wiedervereinigt und die Länder in Mittel- und Osteuropa, die zur Sowjetunion gehört hatten, wurden zu Demokratien
1992 unterschrieben die 12 Länder den "Vertrag über die Europäische Union", auch der "Maastricht-Vertrag" genannt, weil er in der niederländischen Stadt Maastricht unterschrieben wurde. Dieser Vertrag trug zu einer großen Veränderung der Europäischen Union bei. Es gibt seitdem nicht mehr drei Gemeinschaften sondern eine einzige gemeinsame Union, die jetzt "Europäische Union" (EU) heißt.

Die Zusammenarbeit der
Regierungen der Mitgliedstaaten wurde zum Beispiel in der
Verteidigungs-, Bildungs- und Arbeitspolitk, sowie beim Thema Justiz und Inneres intensiviert. Darüber hinaus wurde die Einführung einer einheitlichen
Währung, des Euros, diskutiert.
Am 1. Januar 1993 tritt der Europäische Binnenmarkt in Kraft. Der freie Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital wurde in einem Wirtschaftsraum ohne Binnengrenzen ermöglicht.
1995 bekam die Europäische Union drei neue Mitgliedsländer: Schweden, Finnland und Österreich.
Die 15 Länder der EU waren damit: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal Schweden und Spanien.

1997 trafen sich die Mitgliedstaaten der EU in Amsterdam und unterschrieben den Vertrag von Amsterdam. Er hatte zum Ziel, den "Maastricht-Vertrag" zu verbessern, den Bürgern die EU nahe zu bringen und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.
Im Jahre 2001 wurde der Vertrag von Nizza unterschrieben. Die Regelungen dieses Vertrages sollen die EU auf die "2004-Erweiterung" vorbereiten: Es war nötig einige Veränderungen vorzunehmen, damit eine Union mit 25 Länder funktionieren konnte.

2001 wurde ebenfalls ein Konvent zur Erarbeitung einer Europäischen Verfassung eingerichtet. Diese Verfassung hatte das Ziel, den Weg für eine Reform der Europäische Union zu ebnen.
2002 wurden die Euro-Scheine und Euro-Münzen in den Ländern des Euro-Gebiets eingeführt:
Belgien,
Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien,
Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Österreich (12 Länder).
Heute (2012) gehören 17 Länder zur Euro-Zone. Detaillierte Informationen finden Sie in diesem Bereich.

2003 beendete der Konvent zur Verfassung und Zukunft der EU seine
Arbeit. Nachdem der Verfassungsvertrag am 29. Oktober 2004 feierlich
von den Staats- und Regierungschefs in Rom unterschrieben wurde, musste
er noch von den Mitgliedsstaaten angenommen werden. Abhängig von den
Gesetzen der jeweiligen EU-Länder konnte dies entweder durch das
nationale Parlament oder durch ein Referendum, eine Volksabstimmung
geschehen.
Während die Parlamente in Deutschland, Italien und vielen
anderen Ländern zustimmten, lehnte eine Mehrzahl der Franzosen und
Niederländer die Verfassung im Mai 2005 ab. Damit war der
Verfassungsvertrag für die Europäische Union vorerst gescheitert.

2004 war das Jahr der größten Erweiterung der EU: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Tschechische Republik und Zypern sind seit dem 1. Mai 2004 Mitglieder der EU.
Die acht neuen Länder aus dem Osten, sowie Malta und Zypern wurden mit dem Westen verbunden. Diese Erweiterung hatte nicht nur eine wirtschaftliche Bedeutung, sondern zeigte Europa auch, dass Europa die politische Wunde zwischen Ost und West aus früheren Zeiten vergessen hat. Die Europäische Union hatte nun 25 Mitglieder.
Am 25.04.2005, unterzeichneten Bulgarien und Rumänien die Beitrittsverträge in Luxemburg. Seit dem 1. Januar 2007 sind diese 2 Länder EU-Mitglieder; damit sind es jetzt 27 Mitgliedstaaten.

Nach dem Scheitern des Verfassungsvertrags wurde ein neuer Vertrag ausgearbeitet, der die Grundlagen der EU und die Zusammenarbeit innerhalb der EU erneuern sollte. Da dieser im Dezember 2007 in der Portugiesischen Hauptstadt Lissabon unterschrieben wurde, heißt der Vertrag „Lissabon-Vertrag". Der Vertrag trat am 1. Dezember 2009 in Kraft.

Der Lissabon-Vertrag stärkte unter anderem das Mitspracherecht des Europäischen Parlaments und die Rechte der Europäischen Bürger durch einen Katalog von Grundrechten. Die EU kann nun als eigene Persönlichkeit internationale Verträge unterschreiben. Mit dem Vertrag von Lissabon hat die EU außerdem eine Außenministerin, die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik Catherine Ashton, und einen für zweieinhalb Jahre gewählten Präsidenten des Europäischen Rates, Herman van Rompuy.





