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Veranstaltung

Europa 60 Jahre nach den Römischen Verträgen - Aufbruch oder Abbruch?

Donnerstag, 04.05.2017, 18:00 bis 20:00 Uhr

Sie gelten als Geburtsurkunde der Europäischen Union. Am 25. März 1957 unterzeichneten die Regierungen Belgiens, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Luxemburgs und den Niederlande die Römischen Verträge. Diese Verträge legten den Grundstein für die Europäische Gemeinschaft und später die Europäische Union.
Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Römischen Verträge luden der europe direct Info-Point Europa und die Europa-Union Hamburg in Kooperation mit der Alfred Töpfer Stiftung F.V.S. zu einer Podiumsdiskussion, die im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe stattfand.

Doch welche Herausforderungen erwarten die Europäischen Union in der Zukunft und welche Rolle wird Deutschland spielen?

60 Jahre sind seit der Unterzeichnung der Römischen Verträge vergangen – doch wie steht es gegenwärtig um die EU? Über diese Frage diskutierten im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe Thomas Schmid, Journalist und Autor des Buches „Europa ist tot, es lebe Europa!“, Prof. em. Dr. Claus Offe von der Hertie School of Governance, Autor des Buches "Europa in der Falle", sowie Manuel Gath, Bundesvorsitzender Junge Europäische Föderalisten (JEF). Das Gespräch wurde moderiert von Dr. Roland Willner,  Vorstandsmitglied der Europa-Union Hamburg e.V.

Das Podium stellte einhellig fest, dass sich die Europäische Union derzeit in einem kritischen Zustand befindet. Claus Offe warnte, dass die Wirtschaftsunion Gewinner und Verlierer hervorgebracht habe. Es gebe eine starke Ost-/Westspaltung zwischen den Mitgliedstaaten, wie die Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise deutlich gemacht hätten. Auch sei die Zahl der EU-Gegner gestiegen: der Rechtspopulismus gewinne auf dem ganzen Kontinent an Land.

Manuel Gath betonte, dass die Erwartungen an die EU größer seien als das, was sie gegenwärtig leisten könne. Die Union sei aufgrund ihrer derzeitigen Struktur nicht in der Lage, wichtige strukturelle Probleme Europas zu lösen. Dies werde oftmals durch falsche Kommunikation nationaler Politiker beflügelt.

Dennoch, so waren sich die Podiumsteilnehmer einig, habe die EU eine gute Substanz. Zwar bestünden Herausforderungen sozialer, politischer und wirtschaftlicher Natur. Das europäische Projekt bleibe aber weiterhin ein Garant für Frieden, Freiheitsrechte und Wirtschaftswachstum.

Auf die Frage nach der Zukunft der EU plädierte Thomas Schmid dafür, dass „mehr Europa“ nicht die einzige Lösung sein könne. In den EU-Verträgen wird zwar von einer „ever closer union“ gesprochen, diese Finalität müsse jedoch überdacht werden. Die EU müsse sich entschlacken. Er wünsche sich, dass die Union in Zukunft stärker das Subsidiaritätsprinzip beherzige und solche Aufgaben abgebe, die besser auf nationaler, Länder- oder Kommunalebene gelöst werden können.

Im Anschluss an das moderierte Gespräch hatten die rund 100 Teilnehmer_innen die Möglichkeit, ihre Fragen an die Podiumsteilnehmer zu richten. Ob die Ost- und Süderweiterung der EU ein sinnvoller Schritt war? Ob eine weitere Erweiterung um die Balkanstaaten zu bewältigen sei? Und ob die EU sich stärker außen- und sicherheitspolitisch engagieren sollte? Es folgte eine lebhafte Diskussion.

VA Roemische Vertraege

v.l.n.r. Manuel Gath, Thomas Schmid, Dr. Roland Willner, Prof. em. Dr. Claus Offe, Sabine Steppat

 

VA Roemische Vertraege Podiumsgaeste

v.l.n.r. Thomas Schmid, Dr. Roland Willner, Prof. em. Dr. Claus Offe, Manuel Gath

(Fotos: Thöring)


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